Santa Giustina See - Der Damm, Dermulo und Cles

Der Santa‑Giustina‑See, der 1951 mit dem Bau der beeindruckenden Santa‑Giustina‑Staumauer entstand, ist heute eines der bekanntesten Wahrzeichen des Nonstals. Dieser große künstliche See sammelt das Wasser des Noce‑Flusses zur Stromerzeugung und liegt in einer spektakulären Landschaft, in der alpine Natur auf kühne technische Meisterleistungen trifft.

Die Staumauer, die von Dermulo aus über die SS43 leicht erreichbar ist, erhebt sich an der engsten Stelle der Schlucht und beeindruckt sofort durch ihre Dimensionen: 152 Meter hoch und mit einem Fassungsvermögen von über 170 Millionen Kubikmetern zählt sie zu den bedeutendsten Wasserkraftanlagen im Trentino. Vom benachbarten Brückenübergang öffnet sich ein weiter Blick über die Wasserfläche des Sees und die dramatische Schlucht darunter. Nicht weit entfernt steht die schlanke und elegante Brücke der Bahnlinie Trient–Malé, ein kleines Meisterwerk moderner Ingenieurskunst.

Der Name des Ortes erinnert an die alte Einsiedelei Santa Giustina, die am Fuß der Staumauer verborgen liegt und von Dermulo aus über einen steilen, aber faszinierenden Weg erreichbar ist. Die Ruinen der Einsiedelei, seit 1537 belegt und bis 1782 bewohnt, liegen geschützt in einer natürlichen Felsnische und bewahren eine geheimnisvolle Atmosphäre, die den Besuch besonders eindrucksvoll macht.

Trotz seiner Funktion als Wasserkraftspeicher bietet der See auch Bereiche für Erholung und Aktivitäten im Freien. Am südwestlichen Ufer, erreichbar über eine Schotterstraße an der Abzweigung nach Coredo, befindet sich eine große Grünanlage, ideal für Spaziergänge, Picknicks und ruhige Momente inmitten der Natur.

Am linken Ufer des Sees liegt Cles, der Hauptort des Tals und ein wichtiges Handels‑, Landwirtschafts‑ und Kulturzentrum. Die Stadt bewahrt bedeutende historische Zeugnisse, darunter die berühmte Tavola Clesiana, ein römisches Edikt aus dem Jahr 46 n. Chr., das als Reproduktion auf dem Platz vor dem Palazzo Assessorile ausgestellt ist. Dieses Gebäude, einst im Besitz der Adelsfamilie Cles, ist seit dem 14. Jahrhundert dokumentiert und wurde 1543 wiederaufgebaut; später diente es als Sitz des Vertreters der Täler Non und Sole beim Fürstbistum.

Die Blütezeit von Cles ist eng mit seinem berühmtesten Bürger verbunden, dem Fürstbischof Bernardo Clesio, der die städtebauliche und kulturelle Entwicklung maßgeblich prägte und auch die monumentale Pfarrkirche Maria Himmelfahrt im gotisch‑renaissancistischen Stil beeinflusste. Abgerundet wird das Bild durch das imposante Castel Cles, das auf einem isolierten Hügel über dem See thront und sich malerisch im Wasser spiegelt.

Hotel Cles und umgebung

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