Der Lago di Stramentizzo ist ein künstlicher Stausee am Eingang des Val di Fiemme, oberhalb des Dorfes Molina. Sein ruhiges, vom Avisio gespeistes Wasser bedeckt heute das Gebiet, in dem einst das kleine Dorf Stramentizzo lag – eine historische Siedlung mit alten Traditionen, Bergbauernhöfen und einer Kirche, die den Schutzengeln geweiht war.
Der Bau der Talsperre Stramentizzo, der in den 1950er‑Jahren zur Erzeugung von Wasserkraft begann, veränderte die Landschaft dauerhaft. Am 5. Juli 1956, nach der Evakuierung der Bewohner, wurde das alte Dorf vom Wasser des neuen Stausees überflutet; am folgenden Tag wurde der Kirchturm – das letzte sichtbare Zeichen des Ortes – abgetragen. Ein neues Stramentizzo entstand später weiter oben, in der Ortschaft Scales, wo die umgesiedelten Familien ein neues Zuhause fanden.
Heute spiegeln die leicht gekräuselten Wasserflächen des Sees die Erinnerung an das Vergangene wider. Entlang des Ufers erzählen Informationstafeln und lokale Zeugnisse die Geschichte des versunkenen Dorfes und bewahren die Verbindung zwischen der heutigen Landschaft und einer Vergangenheit, die nicht in Vergessenheit geraten ist.