Es ist offiziell: Das Trento Film Festival kehrt mit seiner 74. Ausgabe zurück und bestätigt sich erneut als eines der bedeutendsten internationalen Kulturereignisse für Film, der sich der Bergwelt, der Exploration und der Beziehung zwischen Mensch und Natur widmet. Die Ausgabe 2026 findet vom 24. April bis 3. Mai in Trient statt – in einem entscheidenden Jahr für die Trentiner Gipfel und die globale Umweltdiskussion.
Das Programm präsentiert sich besonders reichhaltig und ambitioniert und bietet einen aktuellen, tiefgehenden Blick auf das fragile Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur, das sich wie ein roter Faden durch das gesamte Festival zieht.
Das Plakat: ein visueller und symbolischer Wendepunkt
Das Gesicht und die Bildwelt dieser 74. Ausgabe stammen von Manuele Fior, einem der renommiertesten zeitgenössischen Illustratoren und Comiczeichner, der bereits das Plakat der Filmfestspiele von Venedig gestaltet hat. Das Plakat des Trento Film Festival 2026 markiert einen historischen Wendepunkt: Erstmals ist das offizielle Motiv ausdrücklich mit der Sektion „Destination…“ verbunden, die 2026 Südkorea gewidmet ist.
Fior entführt die Betrachter in eine traumhafte, beinahe sakrale Dimension: eine Berglandschaft fernab touristischer Klischees, ohne Pisten oder Liftanlagen, beherrscht von einem kleinen goldenen Heiligtum, das zwischen den Wolken schwebt. Wie Festivalpräsident Mauro Leveghi betont, lädt das Werk dazu ein, „den Blick zu heben“ – eine luftige Perspektive, die Leichtigkeit und Hoffnung vermittelt, zugleich aber an die Verletzlichkeit unserer Beziehung zur Natur erinnert.
Destination Korea
In den letzten Jahren hat sich Südkorea zu einem der dynamischsten kreativen Zentren der globalen Kulturlandschaft entwickelt. Die Filmindustrie des Landes erlebte ein rasantes Wachstum, das mit dem internationalen Erfolg von Parasite von Bong Joon-ho seinen Höhepunkt fand – ausgezeichnet mit der Goldenen Palme in Cannes und vier Oscars und Sinnbild einer neuen Generation von Filmschaffenden mit weltweiter Strahlkraft.
Neben dem Kino eroberte die koreanische Kultur das internationale Publikum durch zwei Massenphänomene: K-Pop, der mit Gangnam Style weltweit explodierte und durch den globalen Erfolg von BTS weiter gefestigt wurde, sowie die K-Dramas, südkoreanische Fernsehserien, die zu einem internationalen Phänomen wurden – mit Squid Game als bekanntestem Titel. Ein junges, zeitgenössisches und sich ständig wandelndes kulturelles Universum, das auch beim Trento Film Festival Raum und Sichtbarkeit findet.
Der Wettbewerb und die Goldenen Enziane
Das Herzstück des Festivals bleibt der Filmwettbewerb, in dessen Rahmen die prestigeträchtigen Goldenen Enziane verliehen werden. Die offizielle Auswahl 2026 umfasst über 100 Filme, darunter Spielfilme, Dokumentationen und Kurzfilme aus aller Welt, die die Bergwelt aus unterschiedlichen kulturellen und erzählerischen Perspektiven beleuchten.
Resilienz der Gipfel: das Thema 2026
Das Leitthema dieser Ausgabe lautet „Resilienz der Gipfel“. Die gezeigten Werke beschränken sich nicht auf die ästhetische Schönheit der Berge, sondern setzen sich intensiv mit den Herausforderungen des Klimawandels, mit Umweltveränderungen und mit den Geschichten jener Menschen auseinander, die in Hochgebirgsregionen leben, sie gestalten und schützen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Sektion „Destination…“, die 2026 symbolisch zu den Gebirgsketten Zentralasiens führt und Gipfel, Kulturen und Gemeinschaften erkundet, die im internationalen Kino bislang kaum erzählt wurden.
Hommagen an Claudia Cardinale und Robert Redford
Das 74. Trento Film Festival widmet zudem ein besonderes Programm zwei großen Ikonen des internationalen Kinos, die im September 2025 verstorben sind: Claudia Cardinale und Robert Redford.
Die „göttliche“ italienische Schauspielerin wird vor der winterlichen Kulisse Cortinas mit dem Klassiker Der rosarote Panther von Blake Edwards gewürdigt. Dem Charisma und Engagement von Robert Redford – einer Ikone des unabhängigen Kinos und leidenschaftlichem Naturliebhaber – sind hingegen Der Pferdeflüsterer und Der elektrische Reiter gewidmet. Zwei bewegende Hommagen an Künstler, die ihre Identität mit der Erhabenheit der Landschaft und der Freiheit offener Räume verknüpften und Filmgeschichte geschrieben haben.
MontagnaLibri und das Festival als offene Begegnungsstätte
Kein Trento Film Festival ohne Literatur. Auch 2026 kehrt MontagnaLibri, die internationale Ausstellung für Bergliteratur, nach Piazza Fiera zurück und bietet zahlreiche Begegnungen und Gespräche. Das Programm reicht von Biografien großer Alpinisten der Vergangenheit über soziologische Essays zur Abwanderung aus den Tälern bis hin zu Erzählungen über neue Formen der „heroischen“ Berglandwirtschaft.
Abschließend bestätigt das Festival seine Rolle als „offene Begegnungsstätte“. Die Abendveranstaltungen im Auditorium Santa Chiara bringen führende Persönlichkeiten des zeitgenössischen Alpinismus auf die Bühne und widmen sich Themen wie leichten Expeditionen, Kletterethik und der technologischen Entwicklung, die die Welt der Berge und der Exploration nachhaltig verändert.