Der Lago di Nambrone liegt am Rand des Naturparks Adamello Brenta, in einem der abgelegensten und wildesten Winkel der Presanella‑Gruppe. Auf 2.442 Metern Höhe gelegen, füllt er den Boden eines weiten Gletscherkars, das über Jahrtausende von eiszeitlichen Gletschern geformt wurde. Seine Oberfläche von rund 35.000 Quadratmetern spiegelt eine strenge und zugleich faszinierende Landschaft wider, geprägt von riesigen Findlingen und felsigen Hängen, die fast völlig vegetationsfrei sind.
Das Wasser des Sees ist außergewöhnlich klar, sodass man den Grund selbst aus einiger Entfernung erkennen kann. Die unberührten, einsamen Ufer vermitteln ein starkes Gefühl von Abgeschiedenheit: Nur der Wind oder das Pfeifen der Murmeltiere durchbricht die Stille, und nicht selten ziehen Gämsen oder ein Steinadler über das Kar.
Der Weg zum Lago di Nambrone erfordert gute Kondition und einen sicheren Tritt. Vom Talboden des Val Nambrone führt ein langer, einsamer Anstieg in etwa drei Stunden zum Passo Nambrone. Von dort erreicht man den See über einen kaum sichtbaren und stellenweise ausgesetzten Pfad in rund dreißig Minuten. Die Tour ist für geübte Bergwanderer geeignet, da das Gelände oft instabil ist und die Markierungen nicht immer eindeutig sind.
Der Passo Nambrone kann auch über andere Hochrouten erreicht werden, etwa über die Wege von den Lago Gelato und Lago Serodoli, die Teil der bekannten Fünf‑Seen‑Runde sind. Dadurch lässt sich der Lago di Nambrone in längere, aussichtsreiche Übergänge einbinden, ideal für alle, die das gesamte Gletscherplateau der Presanella erkunden möchten.