Der Meraner Höhenweg gehört zu den eindrucksvollsten Weitwanderwegen der Alpen: ein rund 100 km langer Rundweg, der den gesamten Naturpark Texelgruppe umschließt und Landschaften durchquert, die vom hochalpinen Klima bis zur milden, fast mediterranen Atmosphäre des Meraner Beckens reichen. In der Regel wird er in 5–7 Tagen begangen, doch dank zahlreicher Einstiegspunkte lassen sich auch einzelne Etappen separat erwandern.
Der Höhenweg gliedert sich in zwei große Abschnitte: die Nordroute und die Südroute, die jeweils unterschiedliche Landschafts- und Klimazonen bieten.
Meraner Höhenweg – Nordroute
Der nördliche Abschnitt ist der alpinste und anspruchsvollste Teil, mit ausgesetzten Passagen und höheren Lagen. Einer der meistgenutzten Einstiege ist Katharinaberg im Schnalstal. Von hier folgt der Weg der Markierung Nr. 24 und steigt durch das eindrucksvolle Pfossental auf, vorbei an Nassereith und Vorderkaser, bis zum Eishof, einem historischen Hochalmhof.
Die Route führt weiter ins Herz des Naturparks und steigt über steiniges Gelände zum Eisjöchl (2.908 m), dem höchsten Punkt des gesamten Höhenwegs. Direkt unterhalb des Jochs liegt die Stettiner Hütte, ein wichtiger Stützpunkt. Der Abstieg führt nach Pfelders und Lazins, wo sich das Tal in weite Almflächen öffnet, umrahmt von imposanten Gipfeln wie Texelspitze, Roteck und Hohe Wilde.
Meraner Höhenweg – Südroute
Der südliche Abschnitt ist sanfter und panoramareicher, geprägt von sonnigen Hängen, historischen Bergbauernhöfen und einem milderen Klima. Vom Norden kommend erreicht man Ulfas im Passeiertal, wo die Südroute offiziell endet. Von hier kann man nach Platt absteigen oder die südlichen Etappen weiterwandern, die über Orte wie Matatz, Magdfeld, Vernuer und die berühmten Höfe der Muthöfe führen, die sich wie ein Adlernest an den Steilhang über dem Meraner Becken schmiegen.
Die Route passiert zudem Aussichtspunkte wie das Hochganghaus sowie traditionelle Almen wie die Gojener Alm und die Tablander Alm, bevor sie sich wieder dem Schnalstal annähert.
Wichtige Informationen und Tipps
- Gesamtlänge: ca. 100 km
- Gesamter Höhenunterschied: ca. 5.000 m
- Schwierigkeit: Bergwanderweg mit ausgesetzten Stellen (Schwindelfreiheit erforderlich)
- Beste Jahreszeit:
- Südroute: Mai – November
- Nordroute: Juli – September (je nach Schneelage)
- Haupteinstiege: Katharinaberg, Unterstell, Hochmuth, Ulfas, Vellau, Giggelberg, Pfossental, Pfelders
- Hütten und Einkehrmöglichkeiten: Stettiner Hütte, Eishof, Hochganghaus, Gojener Alm, Tablander Alm, Nassereith, Giggelberg, Hochmuth