Forte Pozzacchio, auch bekannt als Werk Valmorbia, ist die letzte Festung des österreichisch‑ungarischen Kaiserreichs und galt zur Zeit ihres Baus als der modernste Stand der Militärtechnik. Diese beeindruckende Kriegsanlage wurde direkt in den Felsen des zylindrischen Hügels über dem Dorf Pozzacchio gehauen, das damals die Grenze zwischen dem Trentino und dem Königreich Italien markierte. Der Bau begann 1913, wurde jedoch mit dem Kriegseintritt Italiens unterbrochen und nie vollendet.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt das Werk als die modernste Kriegsmaschine der Donaumonarchie. 1912 wurde die Zufahrtsstraße gebaut, 1913 folgten die Kasernen, das Aquädukt und eine Materialseilbahn.
Ende 1913 begannen die Arbeiten am Festungsgraben und an der Einebnung des Gipfels, mit dem Ziel, die Anlage bis Juli 1915 fertigzustellen. Mit dem Kriegseintritt Italiens im Mai 1915 wurden die Arbeiten jedoch eingestellt. Am 3. Juni 1915 wurde das Werk von der österreichisch‑ungarischen Armee aufgegeben und von italienischen Soldaten besetzt.
Drei Jahre später, während einer Offensive, gelangte die Festung wieder in österreichische Hände und blieb es bis zum Ende des Krieges. Obwohl unvollendet, wurde sie während des Konflikts schwer bombardiert und in der Nachkriegszeit vollständig ihrer Metallteile beraubt.
Im Laufe der Jahre wurde Forte Pozzacchio aus dem Militärbesitz gestrichen, an den Staat übergeben, später privatisiert und die Umgebung als Weideland genutzt. Erst Ende der 1990er‑Jahre begann die Wiederherstellung. Die offiziellen Restaurierungsarbeiten starteten im November 2010 und wurden im Sommer 2012 abgeschlossen, mit Schwerpunkt auf der Entfernung von Schutt und der Sicherung der Räume.
Die Festung erstreckt sich über drei Ebenen, die größtenteils in einer großen Höhle liegen. Die einzigen ursprünglich in Stahlbeton geplanten Bereiche waren die gepanzerte Haubitzenbatterie und die Kaponiere. Heute ist nur ein Teil der Anlage zugänglich: Im Hauptgeschoss wurden Mannschaftsunterkünfte, Diensträume sowie Schuss‑ und Beobachtungsposten restauriert. Im unteren Bereich befinden sich Artillerie‑, Maschinengewehr‑ und Scheinwerferstellungen. Auf der oberen Ebene markiert ein Metallsteg den Korridor, der die gepanzerten Kuppeln verbinden sollte.
Anfahrt zum Forte Pozzacchio
Die Festung liegt bei Pozzacchio, in der Nähe von Rovereto, und ist über die SS46 Vallarsa‑Straße erreichbar.
Auto und Motorrad Von Rovereto: der SS46 del Pasubio etwa 12 km folgen, dann links Richtung Forte Pozzacchio abbiegen. Kurz vor Pozzacchio führt eine kleine Straße rechts zum Parkplatz. Von dort sind es 15–20 Minuten zu Fuß.
Busse und große Fahrzeuge Etwa 10 km vor Rovereto, bei San Colombano, wird empfohlen, die SP50 zu nehmen.
Öffnungszeiten
Forte Pozzacchio – Werk Valmorbia ist jedes Jahr vom 1. Mai bis 31. Oktober geöffnet. Freitag bis Sonntag: 10:00–18:00. Ab 1. Oktober nur samstags und sonntags.
Eintrittspreise
Vollpreis: €6,00
Ermäßigt: €3,00 (über 70, 6–18 Jahre, Streitkräfte, Polizei, Studierende mit gültigem Ausweis, Einwohner der Pasubio‑Gemeinden, Partnerorganisationen)
Gratis: Kinder unter 6 Jahren, Menschen mit Behinderung und Begleitpersonen, akkreditierte Journalisten
Für Tickets und aktuelle Informationen besuchen Sie bitte die offizielle Website.