Am Talschluss des Presena‑Tals, im westlichsten Teil der Presanella‑Gruppe, befindet sich ein kleines, aber faszinierendes System alpiner Seen, bekannt als die Monticello‑Seen. Der größte davon ist der Untere Monticello‑See, der auf 2.544 m liegt. Diese Becken füllen den Boden eines von eiszeitlichen Gletschern geformten Karstbeckens, dessen Ufer größtenteils aus Moränenschutt und von Gletschern glattgeschliffenen Felsen bestehen. Das Wasser stammt vom nahegelegenen Monticello‑Gletscher und von Schmelzwasserbecken, was den Seen ihre typische hellgrüne Farbe und die geringe Transparenz verleiht – charakteristisch für Seen, die von sedimentreichem Gletscherwasser gespeist werden.
Die Seen liegen in der Nähe des Passo Paradiso, einem natürlichen Verbindungspunkt zwischen dem Passo del Tonale und dem Presena‑Gletscher, in einer hochalpinen Landschaft, die von Tonaliten, Restschneefeldern und weiten Ausblicken auf die Gipfel der Presanella geprägt ist.
Anreise zu den Monticello‑Seen
Der Passo del Tonale (1.883 m) ist über die SS42 erreichbar, sowohl aus dem Val Camonica (BS) als auch aus dem Val di Sole (TN). Kurz vor dem Pass, für Besucher aus der Lombardei, kann man bequem am Straßenrand parken und die Paradiso‑Seilbahn nehmen, die schnell zum Passo Paradiso (2.585 m) führt. Von dort kann man mit der Seilbahn weiter bis zum Passo Presena (2.997 m) fahren, einem außergewöhnlichen Aussichtspunkt über den Gletscher.
Vom Passo Paradiso folgt man dem Weg in südlicher Richtung und erreicht bald den Unteren Monticello‑See. Entlang des gut sichtbaren Pfads zur Capanna Presena gelangt man anschließend auch zum Mittleren Monticello‑See (2.558 m) und zum Oberen Monticello‑See, beide eingebettet zwischen metamorphen Felsen und glazialen Ablagerungen.
Zugang zu Fuß vom Passo del Tonale
Die Seen können auch vollständig zu Fuß erreicht werden, ausgehend vom Passo del Tonale in der Nähe des Paradiso‑Stellplatzes. Von dort folgt man dem SAT‑Weg 281, der das Tal auf einer längeren, aber sehr eindrucksvollen Route hinaufführt.
Dauer: ca. 5 Stunden hin und zurück Schwierigkeit: E – Wanderung Höhenunterschied: mittel, mit Abschnitten auf instabilem Gelände Empfohlen für: Wanderer mit etwas Erfahrung im alpinen Gelände