Rund um Meran verläuft ein dichtes Netz von Wanderwegen, die entlang alter Bewässerungskanäle führen. Diese entstanden bereits im 13. Jahrhundert, als der geringe jährliche Niederschlag die Bauern dazu zwang, ein weit verzweigtes System von Wasserkanälen zu bauen, um ihre Ernten zu sichern. Das Wasser wurde aus Flüssen und Bächen abgeleitet und in die trockenen Gebiete geleitet.
Wahre Denkmäler bäuerlichen Fleißes, von denen viele trotz der Jahrhunderte noch heute funktionieren. In den Tälern heißen diese Kanäle „Waal“, und die Wege, die zu ihrer Kontrolle und Wartung dienten, werden Waalwege genannt.
Wiederentdeckt und für den Tourismus erschlossen, erstrecken sich diese Waalwege über viele Kilometer und bieten wunderbare Möglichkeiten zum Wandern und Spazierengehen. Rund um Meran gibt es etwa fünfzig davon. Die meist flachen und einfachen Wege sind ideal für Familien und alle, die entspannte Wanderungen lieben. Entlang der Strecke finden sich Gasthöfe, Restaurants und traditionelle Buschenschänke, die lokale Spezialitäten anbieten – perfekt für alle, die diese schönen Wasserwege erkunden möchten.
Der gesamte Meraner Waalrunde ist 80 km lang und kann in 7–8 Tagen oder in einzelnen Etappen begangen werden. Im Meraner Raum gibt es elf Waalwege: jene von Algund, Kuens, Riffian, Mais, Schenna, Brandis in Lana, Tscherms, Marling, Partschins, Rabland und Naturns.
Brandis‑Waalweg in Lana
Der Brandis‑Waalweg führt durch Kastanienhaine, Weinberge und Apfelgärten und bietet besonders im Frühling zur Blütezeit ein herrliches Panorama. Der Weg beginnt in Oberlana, links von der Gampenstraße. Er führt über das Gelände des Klosters Lanegg und oberhalb der Kirche St. Margarethen bis zum Wasserfall in Niederlana. Gehzeit: 45 Minuten
Partschinser Waalweg
Einer der ältesten und historisch bedeutendsten Wege im Burggrafenamt ist der Partschinser Waalweg, der im 15. Jahrhundert von den Grafen von Stachelburg erbaut wurde. Umgeben von Birkenwäldern und üppiger Vegetation dient er noch heute zur Bewässerung der Obstgärten von Partschins. Gehzeit: 2 Stunden
Rablander Waalweg
Der Rablander Waalweg ist der kürzeste Waalweg in Meran und Umgebung, aber auch einer der idyllischsten und familienfreundlichsten. Gehzeit: 1 Stunde
Algunder Waalweg
Der Algunder Waalweg verläuft an den Hängen oberhalb von Algund und verbindet Töll mit Dorf Tirol. Er ist etwa 5–6 km lang, zweigeteilt und für alle geeignet. Der westliche Abschnitt beginnt beim Parkplatz nahe der Töllgraben‑Brücke, erreichbar mit dem Auto oder dem Bus Algund–Partschins, und führt durch die Fraktionen Mitterplars und Oberplars bis nach Algund Dorf. Von dort geht es weiter nach Gratsch und zur Kirche St. Magdalena. Anschließend kann man über die Tappeinerpromenade ins Zentrum von Meran weiterwandern oder nach Algund zurückkehren. Gehzeit: 1 Stunde
Marlinger Waalweg
Mit 13 km ist der Marlinger Waalweg der längste Waalweg in Südtirol und einer der panoramareichsten. Er verbindet die Töll mit Lana. Gehzeit: 3 Stunden
Waalwege in Naturns
Rund um Naturns verlaufen einige der schönsten Waalwege Südtirols, darunter der Stabner, Latschander und Tscharser Waalweg.
Waalwege im Passeiertal
Im Passeiertal gibt es vier Waalwege: jene von Kuens, Riffian, Mais und Ulfas. Sie sind leicht, ohne nennenswerte Höhenunterschiede, ganzjährig begehbar und ideal für Familien mit kleinen Kindern. Gehzeit: 1,5 bis 3 Stunden