Der Giovanni‑Lipella‑Klettersteig gehört zu den großen Klassikern der Dolomiten: eine spektakuläre Route, die Geschichte, Nervenkitzel und grandiose Ausblicke vereint. Vom Rifugio Dibona (2050 m) erreicht man die Basis der majestätischen Südwand der Tofana di Rozes, wo der Zustieg über den Weg Nr. 404 beginnt. Der Pfad steigt sanft nach links an, führt über die Forcella Bos und erreicht nach etwa einer Stunde den Einstieg des Klettersteigs auf 2480 m.
Der spiralförmige Kriegstunnel
Der Einstieg erfolgt über zwei kurze Eisenleitern, die in den berühmten spiralförmigen Tunnel des Castelletto führen, der 1916 von den Alpini in den Fels getrieben wurde. Ein einzigartiger Abschnitt: 500 Meter Länge, 120 Meter Höhenunterschied, dunkel, feucht und voller Atmosphäre. Eine Stirnlampe ist unverzichtbar, und an den Tunnelenden ist Vorsicht geboten, da sich dort auch im Sommer Eis bilden kann.
Am Ausgang des Tunnels erreicht man die Forcella di Rozes (2630 m), einen natürlichen Aussichtsbalkon über die Ampezzaner Dolomiten.
Bänder, Terrassen und fast durchgehende Sicherungen
Von der Scharte führt die Route weiter über die Westwand der Tofana, entlang ausgesetzter Bänder, Stufen und nahezu durchgehender Drahtseile. Der Blick öffnet sich zunehmend auf die Tofane, den Lagazuoi und die Fanesgruppe – ein Panorama, das Schritt für Schritt beeindruckender wird.
Die Querung endet am Westgrat (2680 m), von dem aus man:
- in 30 Minuten zur Rifugio Giussani (2561 m) absteigen und über den Weg 403 zum Dibona zurückkehren kann, oder
- den Aufstieg zur Spitze der Tofana di Rozes fortsetzt.
Der Schlussanstieg zum Gipfel
Wer weitergeht, bewältigt einen anspruchsvolleren Abschnitt: eine fast senkrechte Wand und eine steile diagonale Querung, die zur Vorgipfelzone auf 3027 m führt. Von dort folgt man der Normalroute bis zum Gipfel der Tofana di Rozes (3225 m), einem der markantesten Berge der Dolomiten.
Der Abstieg erfolgt über den Weg 403 zur Rifugio Giussani und weiter zum Rifugio Dibona.