Der Meraner Höhenweg zählt zu den schönsten Höhenwegen der gesamten Alpen. Die Höhenlage bleibt über weite Strecken relativ konstant und führt durch zwei deutlich unterschiedliche Klimazonen: das hochalpine Klima der Texelgruppe und das mildere, beinahe mediterrane Klima des Etschtals. Dank zahlreicher Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten kann man die Route an vielen Stellen beginnen oder unterbrechen. Die südexponierten Hänge bis etwa 1.400 m sind oft fast das ganze Jahr über begehbar.
Wie von einer natürlichen Aussichtsterrasse aus eröffnet sich ein beeindruckender Blick auf den Vinschgau, das Meraner Becken, das Passeiertal, das Sarntal sowie auf die Gipfel der Stubaier und Ötztaler Alpen. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den Dolomiten, zur Brentagruppe, zum Ortler und weiteren markanten Bergmassiven. Unterwegs begegnet man der traditionellen Bergbauernwelt, deren jahrhundertelange Arbeit die Landschaft und Kultur dieser Region geprägt hat.
Der Höhenweg verläuft am Fuß – und teilweise mitten durch – den beeindruckenden Naturpark Texelgruppe, der mit seinen 33.000 Hektar ein ideales Gebiet zum Entdecken von Seen, Tälern und Gipfeln darstellt. Um die gesamte Vielfalt zu erleben, empfiehlt sich eine 3–5‑tägige Wanderung, auch wenn einzelne Etappen separat begangen werden können. Der Meraner Höhenweg gliedert sich in eine Nordroute und eine Südroute.
Technische Daten
Gehzeit: 3–5 Tage Hinweis: Auch in einzelnen Etappen gut begehbar Ausrüstung: Abhängig von der gewählten Route; geeignet für Tages- und Mehrtagestouren sowie als Ausgangspunkt für Gipfelbesteigungen
Meraner Höhenweg – Nordroute
Die Nordroute beginnt in Katharinaberg (Schnalstal). Ihre Begehbarkeit hängt stark von der Schneelage ab, da das Pfossental und das Pfelderertal oft bis in den späten Frühling hinein schneebedeckt sind und Lawinengefahr besteht. Von Katharinaberg (1.245 m) führt der Weg ins Pfossental nach Nassereith (1.534 m) und weiter zum Vorderkaser (1.693 m). Anschließend geht es über die Rableid-Alm zum Eishof (2.069 m). Die eindrucksvolle Gipfelkulisse – Texelspitze, Roteck, Hohe Weiße, Hohe Wilde, Hintere Schwärze – bildet ein spektakuläres natürliches Amphitheater.
Vom Eishof führt der Weg weiter taleinwärts, wird zunehmend steinig und steigt schließlich steil zum Eisjöchl (2.908 m), dem höchsten Punkt der gesamten Runde, an. Die Stettiner Hütte (2.875 m) dient als wichtiger Stützpunkt. Der Abstieg erfolgt nach Pfelders (1.622 m) und weiter über Inner- und Außerhütt nach Ulfas (1.500 m), wo die Verbindung zur Südroute besteht.
Meraner Höhenweg – Südroute
Von Ulfas (1.369 m) im Passeiertal führt die Route über den abgelegenen Gögelehof nach Christl (1.132 m). Im Süden prägen die Sarntaler Alpen das Panorama, im Osten der Jaufenpass. Über Matatz, Magdfeld und Vernuer erreicht man die Hochmuth-Höfe (1.361 m), die sich wie ein Adlernest an den Steilhang der Mutspitze schmiegen.
Weiter geht es über das Hochganghaus (1.839 m) – den höchsten Punkt der Südroute – sowie über die Gojener Alm, die Tablander Alm, Nassereith, den Giggelberg, Hochforch, Innerforch, Linthof und Kopfron zurück nach Katharinaberg (1.245 m). Die Südroute bietet sowohl Tages- als auch Mehrtagestouren. Einige gesicherte Passagen erfordern Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.
Gehzeiten:
Ulfas - Matatz 2½ Stunden
Matatz - Magdfeld 1½ Stunden
Magdfeld - Gander - Vernuer 3 Stunden
Vernuer - Gfeis - Hochmuther 4½ Stunden
Hochmuther - Hochganghaus 2 Stunden
Hochganghaus - Gigglberg 4½ Stunden
Gigglberg - Katharinaberg 5 Stunden
Beste Jahreszeit:
von Mai bis zu den ersten Schneefällen (November)