Das Schloss Cles (Castel Cles) befindet sich auf der Spitze eines Hügels oberhalb der gleichnamigen Ortschaft im Val di Non, direkt gegenüber dem Stausee Santa Giustina. Die strategische Lage der Burg diente einst zur Kontrolle der hölzernen Brücke romanischen Ursprungs, die Cles mit dem oberen Anaunia verband und heute unter den Wassern des Sees verborgen liegt. Heute ist das Schloss in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden, abgesehen von einigen kulturellen Sommerveranstaltungen.
Die ersten Nachrichten über das Schloss Cles stammen aus dem 12. Jahrhundert, als der ursprüngliche Bergfried errichtet wurde.
Unter Fürstbischof Bernardo Clesio, einem bedeutenden Humanisten, der den Bau zahlreicher Kirchen, Burgen und Paläste förderte, wurde die Anlage erweitert und nach den Grundsätzen der Renaissance umgestaltet.
Im Laufe der Geschichte wurde Schloss Cles mehrfach beschädigt, etwa zu Beginn des 16. Jahrhunderts während der sogenannten Bauernrevolte. Den schwersten Schaden erlitt das Schloss jedoch im Jahr 1825, als ein verheerender Brand einen Teil der wertvollen Dekorationen sowie einen der Türme zerstörte. Heute ist daher vor allem der Wohntrakt zu sehen, der von den beiden verbliebenen Seitentürmen eingerahmt wird.
Im Inneren des Schlosses befinden sich Räume von außergewöhnlicher Schönheit, wie die „Saletta delle Metamorfosi“, deren Fresken – dem Hofmaler Marcello Fogolino zugeschrieben – Episoden aus Ovids Metamorphosen darstellen, sowie der große Hauptsaal mit seiner Kassettendecke.
Das Schloss Cles, das sich heute im Besitz der Barone von Cles befindet, bleibt für die Öffentlichkeit geschlossen, mit Ausnahme einiger kultureller Themenabende während der Sommermonate.