Imkereimuseum Maso Plattner

Das Imkereimuseum Maso Plattner liegt auf einer Anhöhe in Costalovara auf dem Rittner Hochplateau oberhalb von Bozen und bietet umfassende Informationen über die Bienen und ihre faszinierende Welt. Besucher erfahren nicht nur alles über die Honiggewinnung, sondern auch darüber, wie Bienen leben, sehen und ihre Umgebung wahrnehmen. Auf dem Hof befinden sich zudem alte Arbeitsgeräte, ein Bauerngarten, ein Teich, historische Bienenstände, ein Lehrpfad, Spielbereiche und ein Shop, in dem man hofeigene Produkte wie Honig, Konfitüren, Pollen, Gelée Royale und Seifen kaufen kann.

Der Maso Plattner

Der Maso Plattner ist einer der ältesten Höfe auf dem Rittner Hochplateau und möglicherweise der einzige, der die ursprüngliche lokale Architektur bewahrt hat. Im Inneren kann man alte Türen, das Dachgebälk, die Räume und zahlreiche gut erhaltene Gegenstände bewundern. Das Strohdach mit Lärchenschindeln und Roggenstroh, der mittelalterliche Gang mit Gewölbedecke und gotischen Türen zeugen von einer jahrhundertealten bäuerlichen Tradition. Hier wurden über Generationen Speck und andere Fleischwaren geräuchert und im Winter gelagert.

In der alten Küche wurde bis 1976 über offenem Feuer gekocht, und das Wasser wurde aus dem Außenbrunnen geholt. Elektrizität wurde erst nach der Restaurierung installiert. Von der Küche aus gelangt man zur Toilette – ein Luxus für damalige Zeiten, da diese üblicherweise außerhalb des Hauses lag. Die Stube war der einzige beheizte Raum im Winter: Die Bauern ruhten auf den Bänken neben dem Ofen. Auf dem Esstisch, im sogenannten „Herrgottswinkel“ mit religiösen Bildern, stand eine große Pfanne, aus der alle gemeinsam aßen. Nach dem Essen wurden die Löffel abgeleckt und auf der Fensterbank abgelegt. In der Stube befinden sich außerdem ein Gerät zum Seildrehen, Familienfotos, ein Spinnrad und alte Bücher.

Neben der Stube liegt das Schlafzimmer mit vielen persönlichen Gegenständen der letzten Besitzerin des Hofes: das Sonntagskleid, ein Schrank mit eingebautem Nachttopf, ein Rahmen mit einer Haarsträhne, eine Nähmaschine von 1913, eine Truhe und das Bett, das den früheren Strohsack ersetzte, auf dem die Bauern halbsitzend schliefen.

Ebenfalls in der Nähe der Stube befindet sich die Richterstube mit ihrem charakteristischen Kreuzgewölbe und der Jahreszahl 1446. Im Mittelalter wurden hier Gerichtsverhandlungen abgehalten, da sich der Gerichtssitz in Wangen befand. Später diente der Raum als Vorratskammer mit einem Getreideschrank, Schüsseln, einer Buttermaschine und einem Netzbehälter zum Schutz der Lebensmittel vor Insekten.

Das Imkereimuseum

Im Maso Plattner ist das Imkereimuseum untergebracht. Im ehemaligen Stall sind zahlreiche historische Imkereigeräte ausgestellt, darunter Strohkörbe, Wachspressen, ein Dampfwachsschmelzer, eine Presse zur Herstellung von Mittelwänden, Formen für Bienenwachskerzen, alte deutsche Beuten, historische Honigschleudern sowie Werkzeuge wie Bürsten, Smoker und Messer.

Im Hauptsaal des Museums – früher der Heuschober – werden traditionelle und moderne landwirtschaftliche Geräte gezeigt, darunter moderne Magazinbeuten, Rähmchen sowie Geräte zur Gewinnung von Pollen und Propolis.

Während der Führung erhalten Besucher Informationen über das Leben der Bienen, die Herstellung verschiedener Produkte und können Multimedia‑Projektionen auf einer Großleinwand ansehen.

Der Lehrpfad

Der Lehrpfad ermöglicht es, in die Welt der Bienen einzutauchen, den Lebenszyklus der Arbeiterin kennenzulernen, zu verstehen, wie eine Biene sieht und fühlt, wie ihr Tastsinn funktioniert, und Gedichte sowie Bibeltexte über Bienen zu lesen – ein Zeichen für die Bedeutung dieses kleinen Insekts seit der Antike.

Rund um den Hof

Rund um den Hof befinden sich der Bauerngarten, der Teich mit seltenen Seerosen – einst ein Wasserreservoir für Brände –, historische Bienenstände, die Ambrosiuskapelle, dem Schutzpatron der Bienen und Imker gewidmet, sowie ein Baumstamm mit herausziehbaren Holztafeln, auf denen Bibeltexte über Bienen stehen. Außerdem gibt es alte Obstbäume, darunter zwei über 150 Jahre alte Birnbäume.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Das Museum ist von April bis Oktober täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet (letzter Einlass 17:00 Uhr).

Eintrittspreise (inkl. Führung): 
Kinder unter 6 Jahren: frei 
Kinder 6–12 Jahre: 5,00 € 
Erwachsene: 8,00 € 
Familien: 15,00 € 
Gruppen (ab 8 Personen): 6,00 € pro Person 
Schulen / Kindergärten: 6,00 € pro Kind

Anreise

Nach der Fahrt mit der Rittner Seilbahn von Bozen auf das Hochplateau erreicht man das Imkereimuseum mit der Rittner Bahn ab Oberbozen.

Hotel Ritten und umgebung

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