In Sarnthein, im Sarntal, befindet sich das Bauernmuseum Rohrerhaus. Es handelt sich um einen traditionellen Bauernhof, der für Besucher geöffnet ist und in dem man das bäuerliche Leben vergangener Zeiten nachempfinden kann. Dank einer sorgfältigen Restaurierung wurden die alte Küche, in der auch Fleisch geräuchert wurde, der typische Brotbackofen und die traditionellen Innenräume hervorragend erhalten.
Die Baumaterialien bestehen ausschließlich aus natürlichen Stoffen: Stein und massivem Holz. Wer das Haus betritt, bemerkt sofort den vollständig aus Naturstein gefertigten Boden, auf dem die Holztreppe ruht.
Das Museum wurde in diesem Hof eingerichtet, da er als einer der größten Bauernhöfe des Tales gilt.
Das Ziel des Rohrerhauses ist es, nicht nur ein Museum zu sein, sondern auch ein Ort der Begegnung – so wie früher. Die Innenräume, darunter die Stube, die Küche, der an die Stube angrenzende Raum und eine zweite Stube, vermitteln dank der originalgetreuen Einrichtung eine einfache, schlichte und zugleich intime Atmosphäre.
Kurze historische Hinweise und Wissenswertes
Der Hof wurde erstmals 1288 im Steuerregister (Urbar) des Tiroler Grafen Meinhard II. erwähnt. Teile des Mauerwerks des alten Unter- und Obergeschosses stammen wahrscheinlich aus dieser Zeit.
Die Vertäfelung der Stube ist im gotischen Stil gehalten und stammt aus dem 16. Jahrhundert.
Auf einem der Balken ist die Jahreszahl 1703 eingraviert, die vermutlich auf eine Erweiterung des Hauses an der Bergseite – Obergeschoss und Dach – hinweist.
Im Theresianischen Kataster von 1775 wurde im Sarntal die erste Erfassung von Häusern, Höfen und Mühlen durchgeführt. Unter den 234 aufgeführten Höfen (viele davon noch erhalten) belegte der Rohrerhof den zweiten Platz in der Bewertung (nach dem Platzmannhof). Der Platzmannhof wurde mit 5.325 Gulden bewertet, der Rohrerhof mit 3.620 Gulden.
Familien des Rohrerhofs
In 700 Jahren, seit der ersten Erwähnung, lebten und wirkten nur vier Familien auf dem Rohrerhof. Die ersten Rohrer wohnten etwa 250 Jahre lang hier, über sechs Generationen hinweg. Danach folgten die „von Gagers“, die rund 140 Jahre in vier Generationen hier lebten. Neben der Treppe befindet sich an der Friedhofsmauer noch ein Sandsteingrab aus dem Jahr 1553 von Gordian von Gagers.
Nach den „von Gagers“ folgten die „Oberauch“ für etwa vier Generationen. Aus dieser Familie stammt der bekannte Theologe Herkulan Oberauch. Die letzten vier Generationen, die auf dem Hof lebten, waren die „Gruber“, von 1850 an für rund 160 Jahre.
Auch heute noch…
Im Sommer wird im Hof Brot gebacken. Am Freitag wird der Teig vorbereitet, und am frühen Samstagmorgen werden die Brotlaibe geformt und um 8.00 Uhr in den Ofen geschoben. Dieser Vorgang dauert bis 10.30 Uhr, und der Hof kann von 9.00 bis 10.00 Uhr besichtigt werden.
Das echte „Sarner Bauernbrot“ kann gegen eine freiwillige Spende erworben werden.
Öffnungszeiten
Das Rohrerhaus ist von Mitte Juni bis Ende Oktober für alle Besucher/innen geöffnet.
Dienstag, Donnerstag und Samstag
von 15:00 bis 18:00 Uhr.
Juli, August und September:
Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag
von 15:00 bis 18:00 Uhr.
Öffnungszeiten während des Alpenadvent Sarntals:
An allen Tagen der Veranstaltung von 15:00 bis 18:00 Uhr. Wir sind außerdem am 27.12.2025, 30.12.2025 und am 03.01.2026 von 15 bis 18 Uhr geöffnet.
Rohrerhaus
T (+39) 0471 62 26 44
info@rohrerhaus.it