Am Sass de Stria befindet sich der Klettersteig Sottotenente Mario Fusetti, der dem Unterleutnant Mario Fusetti gewidmet ist, der mit der Goldmedaille für militärische Tapferkeit ausgezeichnet wurde. Der Klettersteig wurde im Sommer 2018 von zwei Mannschaften der italienischen Alpini in der Nähe des Falzarego-Passes, oberhalb von Cortina, angelegt. Der neue gesicherte Weg an der Felswand des Sass de Stria ist landschaftlich und sportlich besonders reizvoll, vor allem aber von großer historischer Bedeutung, da er auf den Spuren dieses großen Helden des Ersten Weltkriegs verläuft.
Der Sass de Stria ist ein 2.477 Meter hoher Berg in den Dolomiten in der Provinz Belluno. Er erhebt sich über dem Falzarego-Pass, gegenüber der Tofana di Rozes und dem Lagazuoi. Der Berg war während des Ersten Weltkriegs Schauplatz erbitterter Kämpfe. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde er durch die Wiederherstellung der Wege zu einem beliebten Ziel für Touristen.
Der Klettersteig folgt der Route, die der von Unterleutnant Fusetti geführte Zug im Oktober 1915 nahm, als er den Sass de Stria bestieg, um den Gipfel zu besetzen. Der Zug wurde entdeckt und eingekesselt und nach mehreren Stunden heftiger Kämpfe vollständig aufgerieben. Bei diesem schrecklichen Gefecht verloren viele Soldaten ihr Leben, darunter auch Unterleutnant Fusetti.
Im Jahr des hundertjährigen Gedenkens an den Ersten Weltkrieg stellten die Alpini-Truppen des Italienischen Heeres im Sommer zwei Mannschaften militärischer Bergführer zur Verfügung, die mit der Suche nach den Überresten des Unterleutnants Mario Fusetti beschäftigt waren. Im Rahmen dieser Arbeiten entstand die Idee, einen neuen gesicherten Weg, den heutigen Klettersteig, anzulegen.
Um den Einstieg zu erreichen, führt der Weg durch den Goiginger-Stollen, in dem sich einst Artilleriestellungen befanden, die auf die Martini-Scharte gerichtet waren. Anschließend quert man die österreichisch-ungarische Goiginger-Stellung auf dem Sattel und folgt einem Abschnitt des Weges in Richtung der Edelweiss-Stellung. Nach etwa 800 Metern erreicht man den Einstieg des Klettersteigs. Vom Ende des Klettersteigs kann man entlang der österreichisch-ungarischen Stellungen, die in den vergangenen Jahren von den Alpini des A.N.A.-Verbands Treviso restauriert wurden, zum Gipfel des Sass de Stria weitergehen oder zum Forte Tre Sassi absteigen.
Die Route im Detail
1. Abschnitt: Diagonalquerung nach links, Länge: 10,35 m – Anzahl der Bohrhaken: 8
2. Abschnitt: Vertikaler Aufstieg, endend auf einem Schuttband, Länge: 43,5 m – Anzahl der Bohrhaken: 22 – KASC: 8
3. Abschnitt: Vertikaler bzw. geneigter Aufstieg, Länge: 25,2 m – Anzahl der Bohrhaken: 16
4. Abschnitt: Querung auf einem ausgesetzten Steig nach rechts, Länge: 46,1 m – Anzahl der Bohrhaken: 30
5. Abschnitt: Vertikaler bzw. geneigter Aufstieg, Länge: 41 m – Anzahl der Bohrhaken: 27
6. Abschnitt: Querung nach links mit einem abschließenden vertikalen Abschnitt, Länge: 37,8 m – Bohrhaken: 22 – KASC: 2
7. Abschnitt: Vertikaler Aufstieg, Länge: 35,7 m – Anzahl der Bohrhaken: 23 – KASC: 10
Technische Daten
Ausgangspunkt: Forte Tre Sassi auf 2.168 m
Endpunkt: Forte Tre Sassi auf 2.168 m
Gehzeit: 1 Std. 50 Min.
Gesamter Höhenunterschied: 204 m
Minimale Höhe: 2.168 m
Maximale Höhe: 2.319 m
Zugang: Falzarego-Pass
Aufstieg: leicht und sehr gut gesichert, ca. 45 Minuten
Gipfel: Sass de Stria, 2.477 m
Ausrichtung: Südwesten
Ausrüstung: Klettersteigset, Helm und Stirnlampe für den Stollen