Die Geschichte der Thermen

Schon seit alters her kennt man die heilende und wohltuende Wirkung des Wassers. Aber erst die Römer entwickelten die ersten Thermen, die in den letzten Jahren beliebter denn je geworden sind: Daraus entstand eine wahre Thermalkultur, die heute Massagen und Wellnessbehandlungen umfasst.

Wasser war immer schon ein wichtiges Element für das Überleben des Menschen und für die Entwicklung der verschiedenen Kulturen. Viele Völker entstanden und entwickelten sich entlang von wichtigen Gewässern. Außerdem entdeckte der Mensch die vorbeugende und heilende Wirkung des Wassers und sprach ihm somit seit der Antike eine magische Wirkung zu, sodass es sogar als Geschenk der Götter angesehen wurde. Zahlreiche Sagen und Legenden erzählen noch heute von Heilquellen, die Körper und Seelen zu heilen wissen.

Bereits im 5. Jahrhundert v.Chr. kannte man die heilende Wirkung der Schwefelquellen, die Muskel- und Gelenksbeschwerden lindern und Hautkrankheiten heilen. Von der Bedeutung, die der heilenden Wirkung des Wassers zugeteilt wurde, zeugen die großartigen Thermenanlagen, die während des Römischen Reiches errichtet wurden und die zu jener Epoche eine öffentliche Einrichtung waren. In kurzer Zeit wurden die Thermen nicht nur zu einer Wellness- und Heilanstalt, sondern auch Treffpunkt vieler Menschen und somit kulturelles Zentrum. Die Thermen umfassten Saunen, Fitness- und Massageräume, Stadien, Bibliotheken, Sitzungs- und Konferenzsäle: Eine Anlage, die alles vereinte, das dazu beitragen sollte, Körper und Geist fit zu halten. In jener Zeit wurde die Bäderkultur zu einer anerkannten Therapie, die sogar von Ärzten verschrieben wurde, die ihren Patienten ein langes und gesundes Leben versichern wollten.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches erlitt auch die Thermalkultur einen Rückgang, der auf Invasion fremder Völker und die Verbreitung des Christentums zurückzuführen ist, das das Baden als unsittlich erklärte. Als im Mittelalter die üblichen Heilkräuter und Heiltränke weder zur Heilung von Krankheiten noch zur Linderung der Schmerzen beitrug, blieb den Menschen nichts anderes übrig, als auf die heilende und reinigende Wirkung des Wassers zurückzugreifen, das somit wieder als therapeutisches Mittel anerkannt wurde.

Je nach Zusammensetzung und Heilanzeige für verschiedene Krankheiten wurden verschiedene Wasser klassifiziert: Schwefelwasser zum Beispiel heilt Hautkrankheiten, jod- und bromsalzreiches Wasser wurde bei Frauenleiden eingesetzt. Die Erfindung des Buchdrucks ermöglichte die Verbreitung von Informationsmaterial und verursachte somit einen Ausschwung der Wasserkuren, auch wenn das Wissen und die Anwendungsmethoden noch jede des Mittelalters waren.

Ab dem 18. Jahrhundert ermöglichten die neuen Errungenschaften in der Medizin die ersten Untersuchungen der Zusammensetzung von Mineralwasser: Somit gab es wissenschaftliche Beweise für die Wirkung der Therapien. Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert war der Thermenbesuch nur den reichen Bürgern vorbehalten, erst zu einem späteren Zeitpunkt kam auch der ärmeren Bevölkerung die heilende Wirkung des Wassers zugute. Heutzutage sind die Thermen der ideale Ort, um rundum den Körper zu entspannen und zu verwöhnen und wirksame Therapien in Anspruch zu nehmen.

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