von 08.03.2012

Interview mit Reinhold Messner und Präsentation des neuen MMM Tour-Tickets

Nach 200 Jahre "Berg-Heil-Mentalität" sind die Berge noch heil, aber gefährdet.

Ein Sammelticket für die fünf Messner Mountain Museen wird die Berge der Provinzen Bozen und Belluno vereinen. Ab sofort gibt es das MMM Tour-Ticket, eine Sammelkarte, die zum jeweils einmaligen Eintritt in den fünf Museen Firmian, Juval, Ortles, Ripa und Dolomites berechtigt. Es ist ab Ausstellungsdatum ein Jahr lang gültig.

Bei der Pressekonferenz im MMM Firmian in Bozen, bei der das neue Ticket vorgestellt wurde, konnte Dolomiti.it Reinhold Messner interviewen, den Gründer der 5 Messner Mountain MuseenReinhold Messner ist gegen die Einführung einer Pässemaut in den Dolomiten und meint: "Die Anerkennung der Dolomiten als Unesco Weltnaturerbe sollte nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden. Ich bin jedoch einverstanden, dass einige Abschnitte der Alpen für den Verkehr gesperrt werden, damit Radfahrer in Ruhe und ohne Abgase fahren können". Über die Wirtschaftskrise, von der auch der Tourismus vor allem in der Provinz Belluno stark betroffen ist, fügt er hinzu: "Das Museum Dolomites auf dem Monte Rite spürt die Krise kaum dank der vielen ausländischen Gäste, vor allem aus den Oststaaten. Ich möchte gerne den Präsidenten der Region Veneto Luca Zaia treffen, um ihn auf den landschaftlichen und touristischen Wert der Berge im Veneto aufmerksam zu machen. Die Region Veneto sollte dringend den Tourismus in den Belluneser Dolomiten finanziell unterstützen."

Bis zum 18. November sind im MMM Firmian einige Werke von Walter Tafelmaier ausgestellt. Der deutsche Künstler befasst sich in seinen Werken mit dem Verhältnis Mensch-Natur und dem Missbrauch der Berge. Sind die Berge heute trotz TV- und Telefonumsetzer, Infrastrukturen aller Art, die die Berggipfel zieren, noch heil? "Leider sind die Gipfel der Südtiroler Berge einer großen Gefahr ausgesetzt. Als "heil" gelten hingegen die Almen, auch dank des geschlossenen Hofes - so Messner - die Belluneser Dolomiten hingegen konnten großteils bis auf die Gipfel ihre natürliche Reinheit beibehalten, da es wenige Infrastrukturen gibt, die das ungestörte Gedeihen von Tieren und Pflanzen verhindert".

Stefania Mafalda