Der Eisengürtel des Hochebenen

Auf der Trentiner Hochebenen wurden während des Ersten Weltkrieges mehrere österreichisch-ungarischen Befestigungsanlagen errichtetet. Obwohl seit 1882 ein Bündnis zwischen Italien, Österreich und Deutschland bestand, ließ die Regierung von Wien zwischen 1908 und 1914 die sogennanten "Kaiserfestungen" auf den Alpen der Dolomiten durchführen.
Die sieben mächtigen Festungen sind entlang einer 30 km Linie zwischen dem Cima Vezzena und den Bergen des Serrada zerstreut.
Im Zeichen der Erinnerung laden die von groben, dramatischen Spuren des Menschen, den Bunkern und Forts der Frontlinie zwischen den italienischen und den österreichischen Truppen gezeichnete Hochebene zu Spaziergängen ein. Die Werke Lusern und Verle, heute fast intakt noch erhalten, waren als furchterregende Kampfmaschinen ausgebaut und hatten zentrale Bedeutung. Die anderen Festungsbauten wurden 1936 wegen der Eisenarmierungen größtenteils beschädigt.

Das Werk Cima Vezzena liegt 2 km von der Grenze entfernt und wurde auch das "Auge der Hochebene" genannt. Die Bewaffnung bestand aus einem drehbaren Panzerturm mit doppelten Schießscharten für Maschinengewehre auf beiden Seiten, und zwei metallenen Kasematten als Stellungen für Maschinengewehre.
Das Werk Busa Verle liegt auf 1508 m Höhe. Die Aufgabe des Werks war die Sperrung des Raumes Cima Vezzena - Lusern und die Sicherung des Vezzena - Passes auf 1404 m, sowie die Deckung des artilleristischen nicht bewaffneten Beobachtungsposten Vezzena auf dem Gipfel des Cima di Vezzena.
Das Werk Lusérn oder Forte Campo Luserna bestand aus einer Hauptanlage, die gemeinsam mit dem Werk Verle den Talschluss des Val d'Assa kontrollierte, und aus zwei Vorposten: Viaz und Oberwiesen.
Das Werk Geschwent - Belvedere ist das einzige Werk, das sich in ihrer ursprünglichen Form und Struktur noch fast unversehrt erhalten hat. Dem damaligen Cav. Quarto Stenghele und seiner Befürwortung bei König Vittorio Emanuele III ist es zu verdanken, dass dieses Bauwerk erhalten blieb.
Das Werk Chele wurde auf 1445m Höhe errichtet. Die Decken wurden wegen der Eisenarmierungen gesprengt. So blieb nur noch ein kümmerlicher Rest von dem einst großartigen Bauwerk.
Das Werk Sommo Alto erhebt sich auf einer Anhöhe in 1613m Höhe. Sie verlief auf drei Stockwerken und war mit drei Drehkuppeln aus Stahl, zwei 10,5 cm Haubitzen, Kleinkaliberkanonen und 20 Maschinengewehrständen ausgestattet. Das Werk Dosso delle Somme liegt auf 1445m Höhe. Die Festung zeigt trotz der in den Nachkriegszeiten zugefügten Schäden durch die Desarmierung ein beeindruckendes Gebilde.

Man kann sie auf verschiedenerlei Art besichtigen: auf dem Friedenspfad, der über 450 km lang vom Nationalpark Stilfserjoch bis zur Marmolada verläuft, längs der Front des Ersten Weltkriegs, oder indem man an dem Trekking der Festungen, oder an dem Marsch der Festungen, teilnimmt.
Man kann aber auch einigen der zahlreichen, ziemlich leichten Wege folgen, die in wenigen Stunden zu einer einzigen Festung führen. Für alle geeignet ist die Tour, bei der man von den Wohnorten Folgaria oder Costa jeweils in 4 oder 3 Stunde zu Fuß die Festung Sommo Alto erreicht, einen der Träger des Verteidigungssystems auf der Hochebene. Auf dem Weg dahin kommt man an dem Biotop Echen vorbei, einem Winkel unberührter Natur, dem einzigen Trentiner Biotop oberhalb 1000 m Höhe und trifft auf den Maso Spilzi, einen großen Bergbauernhof. Große Bedeutung wird dem Forte Gschwent Belvedere di Lavarone und dem "Museum der Festungen" beigemessen.