Die typischen Karnevalsmasken der Dolomiten

Der Karneval wird in Trentino, Südtirol, Belluno und Friaul groß gefeiert: Prozessionen mit kunstvollen Wagen, Tänze, Theateraufführungen, Holzmasken und alte Kostüme – oft nach alten Traditionen – heitern dieses katholische Fest auf, das in der Antike geboren wurde, um das Ende des Winters zu feiern und dessen Geist über die Jahrhunderte unverändert geblieben ist.

Was den Karneval in den Dolomiten so besonders macht, sind die allegorischen Figuren wie der Matazìn, die Gnaga oder der Rollate del Comelico im Val Zoldana und in Sappada, der Zussl und die Egetmänner in Südtirol oder auch der Matoci im Fleimstal, die häufig einfache Kostüme mit lauten Glocken tragen und deren Gesichter manchmal nur bemalt, manchmal auch monströs sind, und die auf einer lustigen und spöttische Art und Weise die uralten bäuerlichen Bräuche darstellen, oder die Schwierigkeiten, denen die Bevölkerung von damals ausgesetzt war.

Die Karnevalsmasken

Einige interessante Fakten über die berühmtesten und bizarrsten Karnevalsmasken in Südtirol, Trentino, Belluno und Friaul:

Der Matazìn ist die traditionelle Maske von Comelico Superiore (BL), deren Name dem italienischen „Mattacino“ entspricht, das von dem Begriff „matto“ (verrückt) abgeleitet ist. Der Mattacino war ein leicht verrückter Charakter aus Venedig, der parfümierte Eier mit der Schleuder geworfen hat. Der Matazìn ist also ein Spaßvogel, der es liebt, sich zu amüsieren und den Menschen Streiche zu spielen. Deshalb trägt er in der Regel keine Maske, sondern ein buntes Kostüm (blau, rot und grün) mit bis zum Knie reichenden Puffhosen, einen zylinderförmigen Hut mit Perlen und bunten Bändern, gestreifte Socken und Blumen auf den Schuhen. Bis in die 30-er Jahre trug der Matazìn eine Maske aus rosa Holz, die aber bald weggelassen wurde, weil sie so unpraktisch war. Während des Karnevals von Dosoledo in Comelico tritt der Matazìn in einer Reihe von traditionellen Tänzen auf und verteilt bunte Konfetti.

Die Gnaga, die typische Maske des Val di Zoldo (BL), stellt eine Frau mit riesigen Holzschuhen dar, die trotz ihres Alters einen jungen Mann in einem Tragekorb auf den Schultern trägt. Eine einzigartige Maske, die zwei verschiedene Charaktere darstellt, eine Allegorie, die das Vergehen der Zeit, aber auch die Ankunft des neuen Jahres symbolisiert.

Die Zussl, antike Figuren von Prad am Stilfserjoch, tragen weiße Kleidung mit bunten Schleifen, Blumen aus Pappmaché und seitlich angebundenen Glocken, die bis zu 20 kg wiegen können. Laut Überlieferung trägt der Lärm dieser schweren Kuhglocken dazu bei, die bösen Geister und den Winterfrost zu vertreiben und das Getreide mit der Hoffnung auf einen guten neuen Jahrgang zu wachzurütteln.

Die Matòci sind die allegorischen Figuren von Valfloriana (https://www.dolomiti.it/de/fleimstal/Fleimstal - Trentinohttps://www.dolomiti.it/de/trentino/), die Holzmasken vor dem Gesicht tragen und farbige Kleidung, die mit Bändern und Spitze verziert ist. Angekündigt durch den Klang der Glocken (bronzini), die mit einem Gürtel an die Seiten gebunden sind, eröffnen sie den Karnevalszug und sind die ersten, die im Dorf ankommen. Die Tradition verlangt, dass die Matòci eine Reihe von Hindernissen überwinden und sich in einer Reihe von satirischen „Schlagabtäuschen“ liefern müssen. Wenn sie das Dorf betreten, wird die Straße von einigen Dorfbewohnern blockiert, die ihnen ungewöhnliche Fragen stellen, um herauszufinden, wer sich hinter der Maske versteckt. Mit viel Geschick und Können antworten die Matòci mit lustigen und klugen Witzen.

Die typischen Masken des Karnevals von Sappadahttps://www.dolomiti.it/de/sappada/ in Friaul sind die Rollate, die Paurn (Bauern), die Pettlar (Armen) und der Hearn (Herren). Die drei Sonntage vor der Fastenzeit sind den traditionellen Figuren der Armen, Bauern und Herren gewidmet. Die männliche Figur des Rollate, die als die Hauptmaske des Karnevals in Sappada gilt, ist sowohl an den drei Sonntagen (Pèttlar Sunntach - Sonntag der Armen, Paurn Sunntach - Bauernsonntag, Hearn Sunntach - Sonntag der Herren) als auch an allen Tagen zwischen dem Sonntag der Armen und Mitternacht des Fastnachtdienstags (Mardi Gras) anwesend. Der Rollate, dessen Name sich von Rolln ableitet, den lauten Kuhglocken, die mit einer Kette an die Seiten gebunden sind, ist der Protagonist am Fastnachtsmontag. Sein Gesicht ist mit einer Holzmaske mit Schnurrbart und dicken dunklen Augenbrauen bedeckt, er trägt ein schweres dunkles Schaffell, weite Hosen mit Querstreifen in Weiß und Braun, Lederstiefel und graue oder braune Wollfäustlinge. Die Besonderheit des Kostüms ist das um den Hals gebundene und über dem Fell platzierte Tuch, das je nach Familienstand des Trägers seine Farbe wechselt: rot für verheiratete Männer und weiß für ledige. Der Rollate trägt in der Regel einen Besen bei sich, der bedrohlich oder spielerisch eingesetzt wird. Einst war der Rollate eine böse Maske, die die erlittenen Demütigungen und Ungerechtigkeiten rächte, aber heute ist es eine Leitmaske, die die Prozession öffnet und den Eintritt der anderen Masken in die Häuser ankündigt, die sie besuchen.

Der Egetmann ist die Tradition und der einzigartige Karnevalsumzug von Tramin an der Weinstraße in Südtirol, der in jedem ungeraden Jahr am Fastnachtsdienstag (Mardi Gras) stattfindet. Der Umzug sieht nicht wie die klassische Prozession mit Wagen aus, sondern erzählt eine Geschichte und jede Figur hat eine präzise Rolle und Aufgabe. Die wichtigsten unter ihnen sind: „Egetmann Hansl“, eine Strohpuppe; „Wilder Mann“, ein Teufel mit einer Kaninchenhautmaske; "Schnappvieh", ein ohrenloses Krokodil, das den Winter darstellt; „Burgl“ und „Burgltreiber“, eine Frau und ein Mann, die sich gegenseitig nachlaufen. Die zentrale Figur ist der Egetmann Hansl, der die Prozession beginnt und der immer von seiner Braut begleitet wird. Die Besonderheit dieser uralten Tradition ist, dass nur Männer teilnehmen können, so dass selbst die weiblichen Figuren tatsächlich verkleidete Männer sind. Burgl und Burgltreiber, haben die Aufgabe, der Bevölkerung von Termeno die bevorstehende Hochzeit anzukündigen. Die einzige Figur, die eine Maske tragen muss, ist der Wilde Mann, ein alter Dämon, der schließlich von seinem Jäger „getötet“ wird. Traditionell bedeutet diese Geste das Ende der Wintersaison und den Beginn der warmen Jahreszeit. Die Figuren Burgl und Burgltreiber, beide mit rußigen Händen und Wangen, sind eine weibliche Figur, die ihr Kind in ihrem Tragekorb trägt, und einen Mann mit einem Stock, um die Frau zu schlagen. Der Mann und die Frau repräsentieren die Jagd nach bösen Wintergeistern.

Die traditionellen Masken des ladinischen Karnevals im Fassatal sind hauptsächlich drei: Laché, Marascons und Bufon. Der Laché ist der Botschafter und Garant der Masken, der die Karnevalsprozession mit seinem mit vielen bunten Bändern verzierten Zepter leitet. Sein Kostüm, eine Mischung aus Herren- und Damengewand, wird von einer dekorierten Kopfbedeckung, einer Maske, die in der Hand gehalten wird, Halsketten, Anhängern und Silberketten komplettiert. Die Marascons sind die großen Figuren, die sich immer paarweise drehen, nie sprechen, sich nur im Tanzschritt bewegen und dadurch die Glocken, die an den Ledergürteln hängen, läuten lassen. Sie tragen weiße Strümpfe, Lederhosen, Gürtel, Zepter und ihr Haar ist mit Ketten verziert ist, die mit Talern des Habsburgerreiches geschmückt sind. In der rechten Hand halten sie eine Holzmaske, die sogenannte „facéra“. Der eigentliche Protagonist des Karnevals ist der Bufon, die Personifizierung eines Verrückten, der die Menschen beleidigt und verspottet. Mit bunten Socken, einer Schürze um die Taille und einer mit Blumen und Bändern verzierten Kopfbedeckung hält er immer die „stica“ (Holzstange) und das „cucalòch“ (ein Teleskop, mit dem er die Laster und Tugenden der Anwesenden betrachtet) in den Händen.

Hotel