placeholder

Ladinischer Fasching

Wo:

Val di Fassa

Der lange ladinische Fasching, vom 17. Jänner bis zum 9. Februar, wird im Fassatal gefeiert, im nordöstlichen Trentino und besonders in den Ortschaften Alba di Canazèi und Penia. Seine Wurzeln hat der Fasching in der Antike, in den Bräuchen der alten Völker, die mit Festen und Ritualen das Ende des Winters feierten.

Wie meist bei alpinen Faschingsumzügen tragen die Mitwirkenden wundervolle handgefertigte Holzmasken (meist aus Zirbelholz), die hier "Facères" genannt werden. Die Hauptfiguren sind der Bufòn, mit seiner großen Nase und einem tütenförmigem Hut mit bunten Bändern geschmückt, der junge Mädchen in Verlegenheit bringt und gereimte Geschichten und Ferse aufsagt, der Laché, mit seinen bunten Kleidern, der dem Umzug vorangeht, und die Marascòns, große Figuren, die mit Bronzeschellen am Gürtel die Verbindung zwischen den Menschen im Fassatal und den Haustieren darstellen.

Diesen drei Figuren folgen eine Reihe von anderen Facères "da bèl" und "da burt", die die positiven und negativen Aspekte des Lebens darstellen.

Die verkleideten Figuren laufen lustig und laut durch den Ortskern. Dahinter folgen die Mascherèdes, spöttische Theaterfiguren, die meist mit Parodien die Bewohner des Fassatales den "Fremden" gegenüberstellen. Am Ende kommen die Musikanten: Es beginnen Musik und Tanz, die bis spät in die Nacht dauern.

Der ladinische Fasching wird auch in anderen Ortschaften des Fassatales gefeiert, und jeder Ort hat seine Besonderheiten oder charakteristischen Figuren. In Moena zum Beispiel gibt es die Arlèchins (meist zwei), mit einem spitzen Hut, Glocken, mit einem weißen Schleier bedecktem Gesicht und bunten Hosen, die den Kindern nachrennen und sie mit einer Rute erschrecken, und die Lonc, sehr hohe weiße Figuren, unter denen sich Männer auf Stelzen verstecken und bei Dämmerung um die Wege ziehen, um dieLeute zu erschrecken.

Pozza, Vigo di Fassa und Soraga kennzeichnen sich durch den om dal bosch (Mann des Waldes, eine furchterregende und wilde Figur) und den coscrit te ceston aus, eine Frau, die den 18jährigen Sohn zum Wehrdienst bringt, da dieser sich fürchtet.