Das Eisenhandwerk

Im Gegensatz zum Holzhandwerk, wessen Höhepunkt in der Renaissance stattfindet, vor allem in Gröden, hat das Eisenhandwerk seinen Ursprung schon im Mittelalter, und zwar im ganzen Gebiet der Dolomiten. Dies dank der besonderen Zusammensetzung seiner Felsen, die reich an Eisenelementen sind und sich deshalb gut für die Gewinnung dieses Grundstoffes eigneten, und somit zur Veränderung des damaligen Territorium führten. Infolgedessen entstanden die ersten Ansiedlungen und in der Wirtschaft spielte, danach, die Gewinnung des Eisens so langsam eine dominante Rolle.

Das Leben auf der Weide verknüpfte sich mit dem des Bergwerks: daher der Eisenweg ,Strada della Vena'. Schmelzöfen und Schmieden gab es: rund ums Cadore, in Caprile, in Alleghe, in Rocca Pietore, in Cencenighe, im Gebiet von Agordo, im Zoldo Tal, rund um die Marmolata, in Innichen, im Pustertal, im Fleimstal, entlang des Boite Flusses, im Eisacktal und auf der Hochebene des Schlerns. Rund um das 15. und 16. Jahrhundert erreichte die Bergbautätigkeit, und somit die Erzproduktion, ihren Höhepunkt, und neigte sich danach langsam zum Untergang, auf Grund des Versiegen der Erzvorkommen.

Trotzdem wurde die Tradition der Erzverarbeitung, bzw. des Eisenhandwerks, fortgesetzt und lebt heute in den vielen Handwerkstätten dieser Täler, bzw. Dörfer und Städte, weiter.

  • In Feltre, in der Galerie Moderner Kunst "Carlo Rizzarda", ein Museum über Schmiedeeisen und Dekorative Kunst am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, aufgebaut nach dem Willen Carlo Rizzardas Ende der zwanziger Jahre, und ausgestattet von Alberto Alpago-Novello im Jahr 1938.
  • Das schmieden ist noch eine Kunst am Fusse der Marmolata, in Sottoguda, die seit dem Mittelalter vom Vater zum Sohn weitergeleitet und strengstens bewahrt wurde.Hier bieten die verbliebenen Schmiede noch Feuerböcke, Laternen, Kerzenständer und zahlreiche andere Objekte, wie Eisenkelche und Ausstattungselemente.
    In Malga Ciapèla spielen originelle fantastische Gestalten die Hauptrolle, wie zum Beispiel Drachen und andere Fabelfiguren.
  • In Cortina, und generell im Ampezzo Gebiet, wird das Eisen zusammengerollt, gebogen, gebunden, modelliert, ziseliert und mit Messing nachbearbeitet damit man all dies erschaffen kann: wundervolle Blumenzusammenstellungen, Filigranarbeiten, Leuchter, Wandlichter, Gitter und Gittertore, Handgriffe und viele Zierstücke, die alle weltweit exportiert werden.
  • Auch in Sappada (Pladen) gibt es noch Beispiele der Schmiedekunst. Es lohnt sich sicher die große Auswahl von Werken der einheimischen Schmiede zu bewundern.
  • Die Schmiedekunst, die auch der Serenissima von Venedig diente, hat lange Zeit, vom Mittelalter bis zur Renaissance, das Zoldo Tal und seine Wirtschaft gekennzeichnet. Die vielen Schmieden des Ortes sind ein Beweis dieser Kunst wessen Grundstoff aus den reichhaltigen Erzvorkommen gewonnen wurde.
    In Forno di Zoldo, im Capitaniato Gebäude, kann man das Eisen- und Nagelmuseum besichtigen. Vor Ort gibt es viele Werkstätte die diese Kunstwerke ausstellen.
  • Im Val di Sole Tal, bzw. im Ortsteil Pondasio, ist immer noch eine alte Schmiede in Betrieb, mit Wasserbetriebenes Hammerwerk. Die Schmiede dieses Tales erzeugen originelle und realistische pflanzliche Figuren, wie zum Beispiel Sonnenblumen und Äpfel.
  • Im Pustertal, in Bruneck, kann man wertvolle Kunstarbeiten aus Eisen, Bronze, Messing und auch Stahl bewundern.
  • Innichen, reich des Schmiedeeisens, wird sicher jeder Anfrage entgegenkommen, dank seines vielseitigen Eisenhandwerks.
  • Auf der Hochebene des Schlerns, an der Seiser Alm, bzw. in Kastelruth und Völs, sind die künstlerischen Schilder aus Eisen das Kennzeichen dieses Urlaubsortes.
  • In Sankt Martin, im Gadertal, werden seit jeher überwiegend Gitter und Geländer geschmiedet, im Stil des neunzehnten Jahrhunderts.
    In Pederoa, verarbeitet man nicht nur Eisen, auch aus Messing und Bronze erschafft man Werkzeuge und Zierelemente.