Das Holzhandwerk

Eßlöffel, Teller, Schüssel, Masken, Spielzeuge, Möbel, Statuen aller Art und Grösse kennzeichnen die handwerkliche Herstellung des ganzen dolomitischen Gebietes. Die Häuser selbst haben dekorative Strukturelemente aus Holz. In dieser Gegend stellt das Holzschnitzen die einzige Tätigkeit dar, wodurch man etwas gewinnen und den mageren Haushalt in der winterlichen Jahreszeit aufbessern kann, wenn die unzugänglichen Täler nichts besseres anbieten können.
Früher wurden einfache Hausgeräte und Karnevalmasken dank den Stechbeiteln hergestellt. Später entwickelte sich die Technik bis zur Herstellung von Puppen, Spielzeugen, Ausschmückung und kostbaren Intarsien, die die Perfektion in den zeitgenössischen Schaffungen erreicht hat.

Gegen das Ende der Renaissance gewann die Schnitzerei besonders im Grödner Tal so sehr an Bedeutung, daß sie zu einem Schlüsselfaktor der Wirtschaft wurde. Unter den Gebietseinwohnern verbreitet sich die Sitte, aus Not die eigenen Manufakturwaren über die Grenze hinauf zu verkaufen. Dabei wurden die Geheimnisse der Dekorationstechnik aus dem europäischen gotischen und barocken Kunstgut entrissen, die noch heute von der heiligen Ausstattung im Grödner Tal nachgeahmt wird.
Statuen von Heiligen, Krippen, bebilderte Rahmen, realistische und groteske Figuren erreichten ganz früh die westlichen und überseelischen Märkte. Im 19. Jahrhundert wurden die bekannten Kunstschulen in Wolkenstein und St. Ulrich gegründet.

Heutzutage bewahrt jedes Zentrum der dolomitischen Landschaft seine eigenen Werkstätten für die Holzbearbeitung, wo tüchtige Handwerker ihre einmaligen handgearbeiteten Stücke schaffen, indem sie die traditionellen Werkzeuge benutzen und den alten Methoden folgen. Einige Handwerker legen die traditionellen Themen auf moderner Art aus, andere wagen innovative Techniken, wenngleich sie dem Begriff von Kunsthandwerk treu bleiben.
Die Manufakturwaren sind aller Art: man soll sie Tal nach Tal entdecken!

  • Im Gadertal und Moena im Fassatal kann man hölzerne Wandverkleidung mit Fensterosen, Ornamente, Wappenbilder und kleine wiederaufgebaute Stuben kaufen; die Stube stellt das typische südtirolische Wohnzimmer dar und ist gewöhnlich mit verzierter Wandverkleidung, Kommoden mit Blumenmotiven, Brettern aus Massivholz und Türen mit Glückinschriften ausgestattet.
  • In Cortina d'Ampezzo, Brunico and in Val di Fiemme "kachelhofen" (majolica stoves, that faithfully reproduce those of the old Tyrolese masi) are produced and restored.
  • In Molino von Falcade befindet sich das Haus-Museum des Künstlers Augusto Murer, dessen große Leidenschaft für die Hölzer bereits in seiner Kindheit begann und ihn zu einem berühmten Bildhauer machte.
  • Der Antiquitätenhandel stellt das Kennzeichnen von Cortina d'Ampezzo, dem Gebiet Comelico, Madonna di Campiglio und dem ganzen Val di Sole; außerdem kann man im Gebiet Comelico und Cadore rustikale tirolische Möbel finden, die auch bemalt sein können.
  • In Sappada/Plodn beherrschen die Szenerie die bekannten hölzernen Masken des Karnevals von Sappada/Plodn.
  • Die Tradition der Weiden- und Strohbearbeitung überlebt im Gebiet um Agordo, Rivamonte und Gosaldo.
  • Im Gadertal, Marmolada, Falcade und Auronzo wird das Holz mit Leidenschaft immer noch geschnitzt.
    Im Gröderntal und im Val di Fiemme gibt es Schnitzer, Vergolder, Handwerkliche Werkstätte und kleine Läden mit Holzgegenstände: St. Ulrich, Wolkenstein, Tesero, Cavalese e Predazzo.
  • Im Val di Fassa war im 18. Jahrhundert bei den Handwerkern Sitte, von Hause zu Hause zu gehen, um die Möbelstücke mit tirolischen Motiven zu verzieren.
    Heutzutage gibt es noch Handwerker, die diese Tradition vorwärtsbringen und sich an die Malerei der heiligen Altäre, der Möbelstücke, der Backtröge und der Stuben widmen oder originelle Dekorationen bzw. alte Möbel der Bauernhäuser und tirolischer Berghöfe restaurieren.
  • Das Val Zoldana ist bekannt wegen der Herstellung von Kuckuckuhren, Miniaturen mit Motiven des Gebirgslebens und charakteristischen Spielzeugen. In Fornesighe, stets im Val di Zoldo, haben eine besondere Bedeutung die Technik der Holzintarsie und die Schnitzerei der Masken; in dieser Fraktion findet "La Gnaga" statt, ein Wettbewerb der Schnitzerei von Masken der Gebirgskarnevale.
  • Cortina unterscheidet sich von den anderen Ortschaften wegen seiner orientalisch beeinflussten Vorliebe für besondere Schreine, Nippsachen und Möbel mit verzierten geometrischen Motiven, Arabesken aus Metallfäden, wegen seines großen "Schaufensters" von Antiquariatsmöbeln aus Massivholz, seiner klassischen tirolischen Möbel, kostbarer Holzintarsien mit Perlmutter und alter Holzskulpturen.
  • Bozen unterscheidet sich wegen der Restaurierung von Ausstattungen aus den Landhäusern, alten Möbelstücken, die auf das 18. Jahrhundert zurückgehen, und der Restaurierung von Originalausschmückung mit Blumenmotiven.
  • Im Pustertal überlebt die Tradition, aus den Stämmen kleine Gruppen von Steinböcken und Gemsen zu schnitzen, an denen Hörnern aus Metall angebracht werden. Man kann alte Sammlungs- und Antiquariatsgegenständen bzw. Schränke und Sitzruhen mit Blumenmotiven und Holzstatuen einfach in den Läden finden, die im ganzen Tal verbreitet sind. In Innichen werden künstlerische Schneeskulpturen im Rahmen von einem internationalen Wettbewerb jährig dargestellt.
  • Brixen bietet vor allem: alte Holzskulpturen, tirolische Möbel und Antiquariatsstücke, Intarsien, Rahmen und Ausstattung für die Stuben; im Krippenmuseum, neben dem Palast Principi Vescovi, kann man über 10000 Figuren der handwerklichen Tradition bewundern; in Naz Schiaves befindet sich das Museum, gewidmet an Rudolf Bacher, einem bekannten Holzschnitzler.
  • Holzmöbel mit tirolischen Motiven gehören zur handwerklichen Produktion von Meran.
  • In Feltre, wird findet die wichtige, breite Regionalausstellung des künstlerischen und traditionellen Handwerkes im Juni statt.
  • In Farra d´Alpago kann man einen netten, kleinen Markt mit lokalen handwerklichen Produkten besuchen; in Tambre di Alpago, im Gebiet von Longarone und Cadore werden Spielzeugen aus verziertem Holz, Masken und Statuen, Schmuckkasten, Bildrahmen und verzierte Nippsachen mit geometrischen Figuren aus Holz und Perlmutter hergestellt.